Das Land zwischen den Meeren

Schleswig-Holstein hat eine Menge zu bieten

"Leinen los!" heißt es auch in diesem Jahr wieder, wenn in Kiel am 16.Juni eines der größten Segelsportereignisse der Welt – die Kieler Woche – eröffnet wird. Mehrere Millionen Besucher strömen jährlich in die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins, um nicht nur die Segelregatten sondern auch das größte Sommerfest Nordeuropas und das größte Open-Air-Festival überhaupt zu erleben. Als maritimer Höhepunkt gilt die Windjammerparade am letzten Samstag der Kieler Woche, an der mehr als 100 Groß- und Traditionssegler, historische Dampfschiffe sowie Hunderte von Segelyachten teilnehmen. Ein Erlebnis für Groß und Klein ist es die prachtvollen und majestätisch wirkenden Schiffe über da Wasser gleiten zu sehen. Klar das sich hier viele Familien auf den Weg machen um dieses Spektakel jedes Jahr aufs Neue zu verfolgen.

Doch neben der Kieler Woche hat Schleswig-Holstein seinen Besuchern noch mehr zu bieten. Eine intakte Umwelt und einzigartige Landschaften, kulinarische Köstlichkeiten, touristische und kulturelle Attraktionen locken Gäste aus nah und fern. Schleswig-Holstein ist eine der begehrtesten Ferienregionen Deutschlands.

Schleswig-Holstein - Landschaft und Natur

Das Meer ahnt man in Schleswig-Holstein fast überall. "Land zwischen den Meeren" wird Schleswig-Holstein häufig genannt, weil es an Nord- und Ostsee liegt. Der kräftige Wind, der auch im Sommer für Frische sorgt, bringt salzige, jodreiche Luft aus dem Osten und dem Westen. In Schleswig-Holstein finden die Besucher markante Landschaften mit Stränden und Steilküsten, mit Feldern, bewaldeten Hügeln und weiten Seenketten.

Die Westküste Schleswig-Holsteins

Wind und Wellen prägen die Westküste Schleswig-Holsteins. Viele Landstriche liegen unter dem Meeresspiegel und werden nur durch Deiche und Schöpfwerke vor den Fluten geschützt. Trotz der Deiche - die stürmische Nordsee überflutete in den letzten Jahrhunderten immer wieder Dörfer und riss ganze Landstriche für immer mit sich. Diese sich ständig verändernde und neu erschaffende Landschaft beherbergt ein Naturwunder und UNESCO Weltnaturerbe – das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer. Es erstreckt sich von der Elbmündung bis zur dänischen Grenze mit einer Gesamtfläche von 4.367 km². In dem Gebiet aus Wattflächen mit Rinnen und Prielen, Sandbänken, Dünen und Salzwiesen gibt es mehr Leben als im Urwald. Rund 10.000 Pflanzen- und Tierarten leben hier, darunter die mit etwa 6.000 Schweinswalen weltweit größte Gruppe dieser bedrohten Tierart. Außerdem besuchen jährlich etwa 12 Millionen Zugvögel das einzigartige Gebiet. Die Nordseeinseln Sylt, Föhr, Amrum, die Halligen, Pellworm und Helgoland bieten Attraktionen an Landschaften, Flora und Fauna, die durch die jeweilige Lage in der Nordsee und den dadurch bedingten unterschiedlichen Klimaverhältnissen variieren, so dass jede Insel seine ganz eigenen Liebhaber hat.

Schleswig-Holsteins Ostseeküste und die Landeshauptstadt Kiel

An der Ostküste dagegen sind Ebbe und Flut kaum wahrnehmbar. In dieser geschützten Position blühten traditionsreiche Städte wie Lübeck, die Mutter der Hanse, auf. Die Hansestädte nahmen den Handel mit den Ostseeanrainern auf. Lübecks günstige Lage an der Trave begünstigte die Entwicklung der Stadt als Ostseehafen und trug dazu bei, dass die Stadt im Mittelalter zum nordeuropäischen Machtzentrum wurde. Die mittelalterliche Lübecker Altstadt ist seit 1987 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Seit dem späten Mittelalter wird das berühmte Lübecker Marzipan in der „Stadt der sieben Türme“ hergestellt. Ebenfalls Erwähnung finden sollte der Lübecker Rotspon. Dabei handelt es sich um Rotwein, der früher auf Fahrten nach Bordeaux als Ballast auf dem Rückweg mitgeführt wurde, bis man merkte, dass durch die Lagerung im Meeresklima der Wein eine besondere Note erhielt. Analog dazu gibt es heute auch den Wittspon, der aus Weißwein hergestellt wird. Die Landeshauptstadt Kiel verfügt mit der Kieler Förde als Tiefseehafen über einen der wichtigsten Seehäfen an der Ostsee. Obwohl Kiel im 2. Weltkrieg stark zerstört wurde, gibt es Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch der Stadt lohnen und den man mit dem Genuss von Kieler Sprotten abrunden kann. Ganz im Norden Schleswig-Holsteins, direkt an der deutsch-dänischen Grenze, befindet sich Flensburg. 400 Jahre gehörte Flensburg zu Dänemark. Auch heute ist Dänemark überall in Flensburg spürbar und erlebbar. Es ist nicht nur die Sprache, auch auf die dänische Kultur trifft man in Flensburg an jeder Ecke. Die gut erhaltene Altstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten erstreckt sich parallel zum Wasser. Zwischen Förden und Buchten prägen auch Steilküsten die Landschaft der Ostseeküste.Die Ostküste ist durch Förden und Buchten in die hügeligen Halbinseln Angeln, Schwansen, Dänischer Wohld und Wagrien gegliedert. Hier befinden sich Ostseebäder wie Grömitz, Timmendorfer Strand und Heiligenhafen, die diese Region geprägt haben. Die einzige Insel in der Ostsee und die größte Insel Schleswig-Holsteins ist Fehmarn. Das „Hawaii Deutschlands“ zieht mit rund 2.100 Sonnenstunden im Jahr zahlreiche Besucher, Surf- und Segelfreunde an.

Holsteinische Schweiz und die Naturparks Schleswig Holsteins

Ungefähr zwischen den Städten Lübeck und Kiel befindet sich die Holsteinische Schweiz. Kleinere Waldgebiete wechseln sich mit durch Knicks gegliederte Ackerflächen ab und die Gestalt der Landschaft ist durch niedrige Hügel bestimmt, zwischen denen sich eine Vielzahl an Seen befinden, z.B. der Große Plöner See, der Dieksee oder der Kellersee. Viele werden von den Flüssen und Auen durchflossen. Die höchste Erhebung, der Bungsberg bei Schönwalde mit dem einzigen Skilift Schleswig-Holsteins, ist 168 Meter hoch und damit gleichzeitig der höchste „Berg“ des Bundeslandes. Für Wanderer verbindet der Naturparkweg die fünf Naturparks in Schleswig-Holstein. Radfahrern bietet die Holsteinische Schweiz ein ausgedehntes Netz von Radwegen und wenig befahrenen Landstraßen und Feldwegen. Die großen Seen werden zum Teil durch Ausflugsschiffe befahren, und auf den Gewässern ist Kanuwandern und anderer Wassersport möglich. Das Naturschutzgebiet „Geltinger Birk“, mit 773 ha das größte Schleswig-Holsteins, besuchen jährlich über 200 Vogelarten, unter anderem auch Seeadler und eine große Zahl von Zugvögeln. In Schleimünde bei Maasholm befindet sich auf einer schmalen und langen Landzunge ebenfalls ein Vogelschutzgebiet. Auch hier rasten und überwintern zahlreiche Zugvogelarten. Ein bedeutendes Kulturdenkmal im Kreis Pinneberg ist das im 13. Jahrhundert gegründete Zisterzienserinnen-Kloster Uetersen. Ebenfalls in Uetersen befindet sich der größte Rosengarten Norddeutschlands, das Uetersener Rosarium. Mehr als 30.000 Rosen und über 830 verschiedene Sorten locken jährlich Besucher von weit her an. Wer den Spuren des „weißen Goldes“ folgen möchte, kann das im Naturpark Lauenburgische Seen. Hier verläuft die „Alte Salzstraße“, auf der das Salz von der Saline in Lüneburg nach Lübeck transportiert wurde. An einigen Stellen ist die Straße noch als mittelalterliche Trasse erhalten. Ein gut ausgebauter Radweg führt heute auf etwa 100 km vorbei an historischen Schleusen, Feldsteinkirchen und romantischen Dörfern durch das Seengebiet.

Die Küche Schleswig-Holsteins

Wie das Land so die Leute und wie die Leute so ihr Essen! Der Schleswig-Holsteiner gilt als tatkräftig, bodenständig und eigenwillig. Das Gleiche gilt für die traditionellen Gerichte dieses einzigartigen Landstrichs. Ob Meelbüdel oder Labskaus – die köstlich-deftige Küche Schleswig-Holsteins ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und zeichnet sich durch eine geschmackliche Besonderheit aus. Der Norddeutsche nennt sie „Brooken Sööt“. Bekannt und beliebt ist vor allem die Kombination süß-sauer, wo Gerichte wie das Holsteiner Sauerfleisch ihren typischen Geschmack bereits durch die Art der Zubereitung erhalten. Viele andere Gerichte kombinieren würzige Fleischgerichte mit süßen Beilagen. So vereint „Birnen, Bohnen und Speck“ deftigen Speck mit süßen Kochbirnen und der traditionelle Meelbüdel einen süßlichen Mehlkloss mit Früchten und würziger Kochwurst und Schweinebacke. Das Grünkohlessen ist in Norddeutschland ein alter Brauch und ebenso wenig von der Küste wegzudenken wie das Krabbenpulen in Husum. Mit dem ersten Herbstfrost beginnt in Schleswig-Holstein traditionell die Grünkohlzeit. Nach landestypischer Art wird der Grünkohl meist deftig-süß zubereitet. Zusammen mit Kochwurst, Kasseler und Schweinebacke wird das winterliche Gemüse so lange geschmort, bis es ein kräftiges Fleischaroma annimmt. Dazu werden in vielen Teilen Norddeutschlands kleine, karamellisierte Kartoffeln serviert. Und auch der Zuckerstreuer darf auf dem Tisch nicht fehlen, denn für viele Schleswig-Holsteiner gehört auf den deftig-würzigen Grünkohl eine ordentliche Portion Zucker. Beim traditionellen Biike-Brennen auf den Nordfriesischen Inseln werden meist große Kessel mit Grünkohl über Feuer gehängt und in großer Runde geleert. Seit dem 17. Jahrhundert dienten die Biike-Feuer nach einem langen Winter den auslaufenden nordfriesischen Walfängern als Abschiedsgruß. Die Buttermilchsuppe wird besonders im Hochsommer als erfrischende Zwischenmahlzeit oder Vorspeise genossen. Ein Muss in den heißen Sommermonaten ist Rote Grütze. Diese traditionelle Süßspeise wird aus roten Beerenfrüchten zubereitet, leicht gezuckert und mit Speisestärke, Gries oder Sago gebunden. Wenn es dann im Herbst windig und kalt wird, weht beizeiten ein fruchtiger Duft durch schleswig-holsteinische Küchen. Die traditionelle Fliederbeersuppe wird mit reichlich Fliederbeersaft und Apfelstückchen zubereitet. Dazu werden Mehl- oder Grießklößchen serviert. Mit Hefeteig in einer speziellen Pfanne zubereitet, waren Förtchen in vielen norddeutschen Familien eine heiß begehrte Leckerei. Ob mit oder ohne Füllung, das Gebäck ist in Schleswig-Holstein auch heute noch sehr beliebt. Ihre Funktion als traditionelles Neujahrsgebäck mussten die Förtchen jedoch abtreten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts trat der Berliner Pfannkuchen auch im Norden seinen Siegeszug a

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Veröffentlicht von GOURMETmagazin

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