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Tipp 1: Der Untergrund - Eleganz benötigt sicheren Stand
Fine Dining: Das sind nicht nur erlesene Gaumengenüsse, sondern ebenfalls nicht minder gehobene Outfits und ein insgesamt passendes Ambiente. Denken wir nun an einen typischen Hausgarten mit Rasen. Egal, welche Möbel darauf stehen, er wirkt automatisch wie ein improvisierter Sitzplatz.
Hinzu kommt: Solange das Dinner nicht gerade während einer mehrwöchigen Dürreperiode stattfindet, werden hohe Absätze und - je nach Design - Stuhlbeine wenigstens etwas ins Erdreich einsinken. Es gibt Stolperfallen durch Unebenheiten und ganz schnell sind
edle Lederschuhe durch Grasflecken verunziert.
All das sollte Anlass genug sein, nur auf einem festen Untergrund zu dinieren. Wenn eine entsprechende Terrasse existiert, ist das perfekt. Genügt ihr Platz jedoch nicht, dann sollten:
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Alle wichtigen Fußwege durch das Areal mit einem festen Untergrund versehen werden.
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Sämtliche Flächen zum Sitzen, Stehen Tanzen usw. ebenfalls so präpariert werden.
Im Mindestmaß helfen dabei rasch ausgerollte Outdoor-Teppiche. Deutlich edler allerdings wäre ein Holzdeck, das sich notfalls schnell und abbaubar gestalten lässt. Mit solchen Untergründen ist es auch gleich, ob es kurz vorher noch regnete. Sämtliche Stolper-, Rutsch- und Schmutzgefahren sind gebannt.
Natürlich sollte klar sein, dass ein solcher Untergrund durch entsprechende Möblierung auf schicken Dining-Room getrimmt werden sollte. Typische Kunststoff-Gartenmöbel haben hier definitiv keinen Platz.
Tipp 2: Komfort = Genuss - Schutz vor der Witterung
Ein edles Dinner bei wolkenlosem Himmel und warmen Temperaturen - so stellt man es sich vor und dafür sind die Chancen im Sommer auch recht gut. Das Problem daran ist jedoch: es gibt eigentlich kein perfektes Wetter.
Zu viel Sonne
wird (gerade mit edler Kleidung) rasch zu heiß und sorgt für Sonnenbrand.
Bei Windstille
wird es flugs drückend, hingegen kann bereits eine leichte Dauerbrise Speisen schnell auskühlen.
Kommt Regen auf
am Rande von Sommergewittern sehr wahrscheinlich, endet schlimmstenfalls die ganze Veranstaltung.
Die Kunst besteht also darin, die Umgebung schnell und nonchalant an die Ist-Witterung anpassen zu können - und zwar das Ambiente unterstützend. So geht es:
Sonnen- und Regenschutz
Hierfür ist ein hochwertiger Gartenpavillon immer noch die passendste und tauglichste Wahl. Zumal viele Modelle seitliche Vorhänge besitzen und so auch gegen tiefstehende Sonne schützen. Wichtig ist jedoch die Bauweise: Bitte nicht den zweifelhaften Charme weißer Steck-Metallrohre und Plastikplane wählen.
Windschutz
Neben den Vorhängen des Pavillons bieten sich hierfür mobile Paravents und Glaswände an. Soll es optisch natürlicher sein, können große, mit Büschen oder Heckenabschnitten bepflanzte Kästen/Töpfe hilfreich sein. Bitte auch bei der generellen Ausgestaltung des Geländes an die vorherrschende Windrichtung denken.
Kälteschutz
Fine Dining kann auch außerhalb der wärmsten Sommermonate bestens funktionieren. Dann aber sind Heizstrahler, wenigstens für die Abendstunden, praktisch Pflicht. Ergänzt werden sollten sie durch dicke Sitzpolster, bereitgehaltene Decken sowie gegebenenfalls kuschlige Ponchos.
Bitte immer bedenken: Luxuriöser Outdoor-Genuss sollte weitgehend unabhängig von der Witterung funktionieren. Echte Ausschlusskriterien sind nur starke Regenfälle, niedrig einstellige oder gar Minustemperaturen und heftiger Wind.

Tipp 3: Abwehr fliegender und krabbelnder Plagegeister
Insekten mögen wichtig und Zeichen eines halbwegs naturnahen Gartens sein. Doch wenn sie durch bunte Kleiderfarben, intensive Parfums, Speisegerüche und vielleicht auf den Boden gefallene Speisereste und Getränketropfen angelockt werden, können sie zu echten Plagegeistern werden. Das sollte noch vor Dinner-Beginn konsequent unterbunden werden:
Dekoration mit Zweifunktion
Bei der Dekoration gleich eine Zweifunktion als Insektenabwehr integrieren: Kräuter wie Basilikum, Rosmarin und Lavendel statt Insektenanlockender Blütenpflanzen. Kerzen, Laternen und Fackeln mit Citronella-Duft anstelle herkömmlicher Pendants.
Vorheriges Checken des Areals
Vorheriges Checken des ganzen Areals und seines Umfelds auf Ameisenstraßen und Fluginsektennester und eventuell Einsatz entsprechender Köder. Ebenfalls hilft es, den Rasen vor dem Event sehr kurz zu schneiden - danach dürfen die Halme aber wieder wachsen.
Technische Hilfsmittel
Einsatz technischer Hilfsmittel, soweit sie sich unaufdringlich integrieren lassen. Das umfasst insbesondere leichte Mückenschleier. Wichtig: Im Außenbereich ist der Einsatz elektrischer Insektenvernichter explizit verboten und mit hohen Bußgeldern belegt.
Dazu sollten Gastgeber noch praktisch denken: Bereits, wenn Speisen erst kurz vor dem Servieren nach draußen gebracht und leere Teller sofort abgeräumt werden, lassen sich viele duftende Anreize für Insekten problemlos unterbinden.
Tipp 4: Licht = Atmosphäre - Stimmungsträger Nummer eins
Ein gutes Dinner-Event soll und wird bis weit in die Abendstunden andauern. Selbst um die Sommersonnenwende Ende Juni herum wird jedoch der Punkt kommen, an dem das natürliche Licht nicht mehr genügt. Alles, was unter die Rubrik „grelle Beleuchtung" fällt, wäre dann aber sowohl ein echter Stimmungskiller als auch ein regelrechtes Leuchtfeuer für Insekten. Besser geht es mit folgenden Helfern:
Lichter- bzw. Lampionkette
Ein Klassiker mit breitem Einsatzgebiet. Bitte aber unbedingt mit konstanter Netz- oder Batterie-Stromversorgung, nicht via Solar.
Öllaternen
Dafür existieren spezielle Öle, die angenehmen, teils sogar insektenabwehrenden Duft verströmen. Bitte darüber auf ausreichend Raum wegen der Hitze achten.
Kerzen und Rasenfackeln
Bei Letzteren ist jedoch etwas Vorsicht angeraten, wenn (kleinere) Kinder teilnehmen. In solchen Fällen sind LED-Modelle die sicherere Wahl.
Grundsätzlich gilt: Das Licht sollte möglichst warm und gedimmt sein. Ein besonders charmanter Effekt lässt sich erzielen, wenn funktionales, etwas helleres Licht an den Tischen durch eine Ambiente-Beleuchtung im Umfeld ergänzt wird.
Zudem spricht nichts dagegen, etwas Archaik ins Spiel zu bringen und eine oder mehrere Feuerschalen bzw. Feuerkörbe aufzustellen. Dann aber noch stärker die Windrichtung beachten, damit die Gäste nicht „geräuchert" werden und es keine Gefahren durch Funkenflug gibt.

Tipp 5: Finale Kniffe rund um die Details
Sideboards
In der Nähe Sideboards oder ähnliche Inseln aufstellen, um Speisen stilvoll zu servieren, statt mit Schüsseln balancieren zu müssen.
Warmhalteplatten und Clochen
Was nicht direkt serviert wird, sollte durch Warmhalteplatten sowie Clochen vor Wind, Auskühlung und Insekten geschützt werden.
Edles Geschirr
Edles Geschirr ist Pflicht. Alles, was aus Pappe oder Kunststoff besteht, hat hier keinen Platz.
Keine Kabel
zumindest nicht als Stolperfalle auf dem Boden. Wenn sich etwas nicht durch Überkopf-Verlegung realisieren lässt, dann mit Funklösungen arbeiten - etwa Bluetooth.
Eis für Getränke
Eis für Getränke lässt sich in großen, schattig positionierten Kühlboxen bereithalten und von dort in kleinere Behälter für die Tische umfüllen.
Dazu noch ein Tipp aus der Praxis: Wer sich für ein privates Fine-Dining-Event weitere Anregungen holen möchte, tut gut daran, in der Planungsphase ein entsprechendes Luxus- Restaurant oder -Hotel aufzusuchen und einfach zu beobachten, wie man es dort macht.
Zusammenfassung: Fine Dining unter freiem Himmel

