Die Kaktusfeige – der Sultan der Früchte

Die Kaktusfeige wurde im 16. Jahrhundert in Nord-Afrika eingeführt

Der Feigenkaktus ist eine Kakteenart mit essbaren Früchten, den sogenannten Kaktusfeigen, die in Tunesien unter dem Namen hindi bekannt sind. Aus den ariden und semi-ariden Gebieten Mexikos stammend, wurde er im 16. Jahrhundert in Nord-Afrika eingeführt und ursprünglich gegen Bodenerosion angebaut. Die Kaktusfeige ist ohne Frage im ganzen Mittelmeerraum beliebt, in Tunesien steht sie jedoch ganz oben auf der TOP-Liste der Früchte.

Der Feigenkaktus gewinnt heutzutage zunehmend an Bedeutung

In Tunesien wird die Kaktusfeige übrigens auch „Sultan der Früchte“ genannt, dies ist gewiss auf viele Faktoren und positive Eigenschaften dieser Pflanze zurückzuführen. Da ist zunächst einmal der Geschmack der Frucht zu nennen, der an den der Birne erinnert. Die exotische Frucht versteckt unter ihrer stacheligen Haut ein saftiges, fein säuerlich schmeckendes, gelborangenes bis rotes Fruchtfleisch, welches viele kleine essbare Kerne enthält. Zudem sind die Früchte auch noch sehr reich an Vitaminen, besonders an Vitamin A, B und C, und an verschiedenen Mineralstoffen. Und mit nur 44 kcal pro 100 g Fruchtfleisch zählt diese Frucht ganz bestimmt nicht zu den Dickmachern. Der Feigenkaktus ist sehr anpassungsfähig und begnügt sich wie kaum eine andere Pflanze mit einem nur geringen Wasser- und Nährstoffangebot, kann jedoch trotzdem ausreichend Früchte produzieren. In Tunesien ist er sowohl auf der Hochebene von Kasserine und des Nord-Westens als auch in den Ebenen und Tälern des Cap Bons oder Kairouans zu finden. Das Zentrum liegt jedoch in der Region um Thala, noch genauer gesagt, in der Gegend von Zelfène, wo sich diese Kakteenart am besten entfaltet. Der stachellose Feigenkaktus macht mittlerweile der traditionellen Art Konkurrenz. Vor allem in der Region von Grombalia auf dem Cap Bon, aber auch in der Gegend von Sfax, werden diese Sorten im Intensivanbau unter künstlicher Bewässerung in konventioneller Weise, aber auch bio-zertifiziert, angebaut und auch exportiert. Die Ernte der Früchte erstreckt sich über sieben Monate hinweg und reicht von Juni bis Dezember, so dass man bis Januar Kaktusfeigen genießen kann. In Tunesien werden die Früchte des Feigenkaktus frisch oder verarbeitet konsumiert. In einigen Regionen, vor allem in der Umgebung von Kairouan, so sagt man, stellen die Frauen einen Saft her, den sie ihren Kindern am Morgen zu trinken geben, bevor sie zur Schule gehen. Aber auch Konfitüre wird von den Früchten gewonnen, und sogar bio-zertifiziert von einer tunesischen Firma exportiert. Nicht zu vergessen das Kaktusfeigen-Öl, das teuerste Öl der Welt, über das wir in der letzten Ausgabe berichteten. Es wird aus den Samen der Früchte gewonnen und aufgrund seiner hervorragenden Wirkungen vor allem in der Pharmazie und für die Herstellung kosmetischer Produkte genutzt. Grundsätzlich gewinnt der Feigenkaktus heute immer mehr an Bedeutung.

Die Heilkraft der Kaktusfeige

Den Früchten wird eine cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben. Außerdem reduzieren sie Blutzucker, Triglyceride und Bluthochdruck. Sie regen die Verdauung an und unterstützen beim Abnehmen: Auch der Mode-Zar Karl Lagerfeld konnte seinen Diät-Erfolg auf Kaktusfeigenprodukte zurückführen, so berichtet zumindest die Yellow Press. Tatsache ist jedoch, dass nicht nur Fette und Öle, sondern auch etliche unnatürliche Essensbestandteile gebunden werden, so dass diese nicht mehr am Stoffwechsel teilnehmen können und ohne Schaden zu verursachen wieder ausgeschieden werden. Die Kaktusfeige zeigt auch äußerst positive Wirkungen bei Blasen- und Prostataleiden und es wird sogar von einer potenzsteigernden Wirkung berichtet.

Tipps & Tricks - Kaktisfeige, Aufbewahrung und Verzehr

Wie sollten Kaktusfeigen aufbewahrt werden? Kaktusfeigen kann man bei Zimmertemperatur nachreifen lassen. Reife Früchte können einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wie werden die Früchte verzehrt? Kaktusfeigen sollten nicht mit der bloßen Hand angefasst werden. Am besten trägt man beim Schälen der Früchte Küchenhandschuhe. Früchte, die für den Export bestimmt sind, werden vorher gebürstet, um die Stacheln zu entfernen. Trotzdem ist Vorsicht geboten! Zum Schälen spießt man die Frucht am besten auf eine Gabel und schneidet dann an beiden Enden je eine flache Scheibe ab. Mit einem Messer schnitzt man die Fruchthaut der Länge nach bis ins Fleisch auf und zieht sie dann ab. Serviert werden die Früchte dann in Scheiben oder Stücke geschnitten. Am besten schmecken sie gut gekühlt mit Zitronen- oder Limettensaft beträufelt. In Tunesien werden Kaktusfeigen in der Saison frisch geschält direkt zum Verzehr an fast jeder Straßenecke angeboten, so dass man sich nicht die Finger „schmutzig“ machen muss.

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Veröffentlicht von GOURMETmagazin

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