Macelleria Ceccotti - wo Tradition auf Geschmack trifft

Ein Geheimtipp in den Hügeln der Toskana

Lesezeit: 3 Minuten

Handwerk, Tradition und Geschmack - aus dem Herzen von Lari

Echte Handwerkskunst mitten in der Toskana

Wer den Weg ins kleine, malerische Lari findet – ein verschlafenes Juwel in den Hügeln der Toskana – kommt meist wegen der legendären Martelli-Pasta. Doch direkt neben der traditionsreichen Nudelfabrik liegt ein weiterer Schatz, den selbst viele Einheimische noch als Geheimtipp handeln: die Macelleria Ceccotti. Eine kleine, familiengeführte Metzgerei, in der toskanische Fleischkultur mit Herzblut und Hingabe gelebt wird.

Hier entstehen ausschließlich Fleisch- und Wurstwaren aus Tieren, die in der Umgebung aufgezogen werden. Simone Ceccotti arbeitet bevorzugt mit einer alten Hausschweinrasse, die freilaufend auf Bauernhöfen der Region gemästet wird – ein klares Bekenntnis zur Qualität und Regionalität.

Wo das Fleisch noch von Hand massiert wird

Bereits beim Betreten der Metzgerei wird klar: Hier zählt Qualität, nicht Quantität. Simone - Metzgermeister aus Leidenschaft - begrüßt uns mit einem festen Händedruck und einem warmen Lächeln. Was in vielen Ländern längst undenkbar ist, gehört hier noch zum Alltag: Wir stehen direkt neben dem Arbeitstisch, während ein Schinken von Hand vorbereitet wird.

Mit kräftigen Bewegungen und beinahe liebevoller Hingabe massiert er seine luftgetrockneten Schinken. Diese werden viermal mit Steinsalz aus Volterra und einer geheimen Gewürzmischung eingerieben - gewalkt, wie er es nennt -, bevor sie für ein ganzes Jahr zum Reifen aufgehängt werden. Jeder Handgriff verrät: Hier arbeitet jemand, der sein Handwerk nicht nur beherrscht, sondern lebt.

Reifekeller mit Charakter - und Edelschimmel

Tief unter der Metzgerei liegt der Reifekeller - ein Ort, an dem Zeit, Mikroklima und Erfahrung gemeinsam Geschmack formen. Bei rund 19 °C und 85 % Luftfeuchtigkeit entfalten Schinken und Salami langsam ihr volles Aroma. Auf den Salamis bildet sich der sogenannte Edelschimmel - keine Makel, sondern ein essenzieller Bestandteil des Reifeprozesses. Nach 18 Tagen ist die Schimmelbildung abgeschlossen, dann darf die Salami noch gut vier Wochen weiterreifen, bevor sie in den Verkauf geht.

Kristina Schmidt, eine in die Toskana ausgewanderte Deutsche, die heute durch den Keller führt, erklärt fachkundig die Bedeutung dieses natürlichen Prozesses - und verrät schmunzelnd, dass sie früher Vegetarierin war. Doch seit sie hier lebt, inmitten dieser toskanischen Genusswelt, ist das für sie undenkbar geworden.

Ein Geschmack, der bleibt

Simone und seine Frau Barbara zählen offiziell zu den 16 besten Metzgerbetrieben der gesamten Toskana – und das schmeckt man mit jedem Bissen. In der Verkostung, die im Preis von nur 3 Euro enthalten ist, erwartet uns eine köstliche Auswahl: zarter, vollmundiger Schinken, frische Fenchelsalami, würzig-pikante Varianten, ein rustikaler Presssack - und als Höhepunkt der hausgemachte Lardo, reiner Rückenspeck, der sechs Monate lang in traditionellen Marmorwannen mit Salz und Kräutern reift. Das Ergebnis: ein cremig-würziger Hochgenuss, der auf der Zunge zergeht.

Begleitet wird die Degustation übrigens von einem Glas toskanischem Rotwein - eine Einladung, zu genießen, zu verweilen, sich zu verlieben.

Ein Besuch, der begeistert

Für gerade einmal 3 Euro pro Person erhältst du eine Führung inklusive Verkostung - und erlebst dabei nicht nur ein kulinarisches Highlight, sondern eine Liebeserklärung an echtes Handwerk. Wir verlassen Lari mit vollen Taschen: Martelli-Nudeln, Fenchelsalami, Lardo und Salsiccia wandern in unseren Koffer - und mit ihnen ein Stück toskanischer Lebensfreude.

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